Sprache - Terminologisches

Chronograph
Armbanduhr, die einen zusätzlichen Mechanismus zur Zeitmessung enthält, der beliebig gestartet und auf "Null" zurückgestellt werden kann.

Chronometer
Präzisionsuhr, die in verschiedenen Lagen und Temperaturen feinreguliert wird. Die amtliche Prüfstelle COSC in La Chaux-de-Fonds vergibt dafür ein Zeugnis (Chronometer-Zertifikat).

Komplikation
Uhrwerk mit einem oder mehreren zusätzlichen Mechanismen wie Schlagwerk, Kalender, Chronograph, Wecker...

Tourbillon
Um die Ganggenauigkeit von Uhren zu erhöhen, hat der geniale Erfinder Breguet versucht den Einfluss der Schwerkraft auf die Unruh zu neutralisieren. Der Tourbillon ist ein sogenanntes "Drehgestell" auf dem sich Unruh, Ankerrad und Anker der Uhr einmal pro Minute um sich selbst drehen. Damit werden eventuelle Lage- oder Schwerpunktfehler ausgeglichen.

Säkularisation
Unter Säkularisation versteht man die Einziehung kirchlicher Güter durch den Staat. 1803 wurden in Deutschland durch den "Reichsdeputationshauptschluss" viele kirchlichen Besitztümer enteignet, um die rechtsrheinischen Landesherren für ihre an Frankreich verlorenen linksrheinischen Besitzungen zu entschädigen.

Die politische Macht der Kirche war danach durch den Verlust der reichsunmittelbaren, also nur dem Kaiser unterstellten, geistlichen Herrschaft weitgehend gebrochen.

"Reichsdeputationen" waren Ausschüsse des Reichstags im Hl. Römischen Reich. Ihre Aufgabe war die Vorbereitung der Gesetzgebung.

Chauvinismus
Heute bezeichnet man meistens übersteigertes männliches Selbstwertgefühl so. Früher war es aber ein Begriff für übertriebenen Nationalstolz. In einem Lustspiel der Gebrüder Cogniard tritt die Figur Nicolas Chauvin auf, die durch ihren Hang zu übersteigertem Patriotismus zum Namensgeber einer Geisteshaltung wurde.

Volkstrauertag / Totensonntag
Am Volkstrauertag wird den Toten aus den beiden Weltkriegen gedacht. Er wird am 2. Sonntag vor dem ersten Advent begangen.

Am "Totensonntag" (Ewigkeitssonntag) wird aller Toten gedacht. Es handelt sich um den letzten Sonntag des Kirchenjahres, also den Sonntag vor dem ersten Advent.

Bruttoinlandsprodukt, Bruttosozialprodukt
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist die wichtigste Messlatte für die Leistung einer Volkswirtschaft. Es ist die Summe der von In- und Ausländern innerhalb einer Volkswirtschaft produzierten Waren und Dienstleistungen.

Mittlerweile wird das BIP von Statistikern dem Bruttosozialprodukt (BSP) als aussagekräftigerer Wert vorgezogen.

Das zuvor verwendete Bruttosozialprodukt besteht aus dem Bruttoinlandsprodukt zuzüglich den von Inländern im Ausland erwirtschafteten Einkommen aber abzüglich der von Ausländern im Inland bezogenen Einkommen.

Solche Werte für einen Ländervergleich heranzuziehen ist immer schwierig, weil die in der Schattenwirtschaft (Nachbarschaftshilfe, Schwarzarbeit, Selbstversorgung etc.) erwirtschafteten Werte nicht berücksichtigt werden. Man sieht dies z. B. daran, dass in vielen Ländern mit unterschiedlichem BIP oder BSP der Lebensstandard durchaus vergleichbar ist.

Gletscher
Gletscher sind Eisströme, die oberhalb der Schneegrenze in Firnmulden entstehen. In diesem Nährgebiet entwickelt sich der Schnee über Firn und Firneis zu Gletschereis. Dieses fließt mit Geschwindigkeiten von 1-2 cm/Std.

Eisglätte / Glatteis
Der gewiefte Meteorologe unterscheidet zwischen zwei Arten von Bodenglätte: Bei Eisglätte gefriert schon auf dem Boden vorhandenes Wasser, bei Glatteis fällt stark unterkühlter Niederschlag, der auf dem Boden fest wird. Auf die Nase legen kann man sich bei beiden Varianten.

Amerikanische Nacht
Um Nachtszenen bei Tag drehen zu können, wird ein Blaufilter vor die Kamera geschraubt. Das ziemlich realistisch wirkende Ergebnis nennt man, dank Hollywood, "amerikanische Nacht".

Truffaut nannte einen seiner Filme nach dieser Technik. Dieser Film war in zwei Jahren für den Oscar nominiert: 1973 als "bester ausländischer Film" und 1974 in den Kategorien Regie, Nebendarstellerin und Original-Drehbuch.

Götterdämmerung
Der Weltuntergang in der nordischen Sagenwelt. Das isländische Wort "Ragnarök" bedeutet eigentlich "Götterverhängnis", wurde aber falsch übersetzt. Die Götter kämpfen gegen Riesen und Dämonen, aber die Erde versinkt im Meer und das Weltall vergeht in Flammen. Nach dem Weltuntergang wird aber eine neue Welt aus den Fluten hervorsteigen.

Repräsentative Umfrage
Eine Test(personen)menge ist dann repräsentativ, wenn sie ein exaktes Abbild der Gesamtmenge ist.

Es kommt also weniger auf die Größe der Testmenge an, als auf ihre Zusammensetzung. Für bundesstatistische Zwecke ist normalerweise eine Gruppe von ca. 2000 Befragten ausreichend.

Elfenbein
Das Wort Elfenbein rührt nicht von dem Glauben her, dass es sich um Knochen von Elfen handelt. Es ist aus einer Lautverschiebung entstanden. Vom Altdeutschen "Helfantbein" (Elefantenknochen) wurde es über "Helfanbein" zu "Helfenbein", und einer früheren Rechtschreibreform fiel das "H" zum Opfer.

nach oben  Startseite

Kitsch
Der klassische röhrende Hirsch auf der Lichtung fällt ja unter den Sammelbegriff Kitsch. Wo aber fängt "Kitsch" an und wo hört er auf?

Als "Kitsch" bezeichnet man eine "Kunstrichtung", die man auch "idealisierten Naturalismus" nennen könnte.

"Naturalismus", also eine wirklichkeitsgetreue Darstellung, verträgt eben keine "Verhübschung" ohne peinlich zu wirken.

Ölkrise
1974 wurde, als Folge des Yom-Kippur-Krieges, von den arabischen Erdölförderländern die Menge des verkauften Öls drastisch reduziert. Durch die, vor allem in Westeuropa wirkende, Verknappung wurden drastische Maßnahmen zur Senkung des Ölverbrauchs eingeleitet. In vielen Ländern kam es zu Einschränkungen für Autofahrer, man denke nur an das berühmte Sonntagsfahrverbot in Deutschland.

Meteor / Sternschnuppe
Leuchterscheinung in der Erdatmosphäre, hervorgerufen durch "außerirdische" Partikel, die in die Erdatmosphäre eindringen und dort teilweise oder vollständig verglühen.

Meteorite
Partikel, welche die als Meteor bzw. Sternschnuppe bezeichnete Leuchterscheinung hervorrufen. Meteore (Feuerkugeln) werden von Partikeln mit einem Gewicht von mindestens 10 Gramm erzeugt, Sternschnuppen von leichteren.

Ghetto
Das Ghetto war ursprünglich das Judenviertel von Venedig. Im Laufe der Zeit wurde der Begriff allerdings für alle Wohnviertel, in denen bestimmte Minderheiten vorherrschen, gebräuchlich.

Der Name "Ghetto" stammt aus dem Italienischen und heißt "gießen". Das venezianische Ghetto wurde nämlich auf den unterseeischen Abraumhalden einer Eisengießerei aufgebaut.

Ordnungswidrigkeit, Vergehen, Verbrechen
Das sind Handlungen, die gegen Ordnungs- und Verwaltungsvorschriften, u.a. im Steuerrecht, Straßenverkehrsrecht und Baurecht, verstoßen. Ordnungswidrigkeiten werden mit einer Geldbuße geahndet.

Es handelt sich also nicht um strafbare Handlungen. Diese müssen mit den im Strafgesetz festgesetzten Merkmalen (sog. Tatbestandsmerkmalen) übereinstimmen.

Bei den Straftaten unterscheidet man "Vergehen", die mit Geldstrafe oder niedrigen Freiheitsstrafen geahndet werden und "Verbrechen", die eine Freiheitsstrafe von mindesten seinem Jahr nach sich ziehen.

Fegefeuer
Jemandem, der für seine Untaten bestraft werden soll, droht man oft mit dem Fegefeuer. Das Fegefeuer ist nach der katholischen Kirchenlehre ein vorübergehender Reinigungsprozess. In ihm büßen die Verstorbenen ihre lässlichen Sünden ab, bevor sie in das Reich Gottes eintreten.

Das ist eine recht praktische Sache: Jemand, der sich eine Kleinigkeit zu Schulden kommen lässt. muss auf jeden Fall mit einer unangenehmen Buße rechnen, auch wenn die irdische Gerichtsbarkeit ihn nicht aburteilen kann.

Andererseits muss nicht jeder. der einmal Dummheiten gemacht hat, auf ewig in der Hölle schmoren.

Diskriminierung
Seltsames Wort für "jemanden herabwürdigen", oder? Der Begriff kam im 19. Jahrhundert auf und hat seinen Ursprung im Lateinischen. Die alten Römer verstanden unter "discriminare" soviel wie "trennen, absondern". Jemand der "diskriminiert", behandelt einen anderen unterschiedlich und setzt ihn so in den Augen der anderen herab.

9. November 1989
Ein Datum gehört eigentlich nicht so richtig hierher, aber ich dachte es ist ganz interessant zu erfahren, warum der Tag der Maueröffnung nicht Nationalfeiertag wurde, sondern der 3. Oktober.

Der 9. November hat in Deutschland einige recht heftige Ereignisse gesehen:

1918 dankte Kaiser Wilhelm II ab und Philipp Scheidemann rief die Republik aus.

1923 scheiterte Adolf Hitlers Putschversuch, der "Marsch auf die Feldherrnhalle" in München.

1938 war es der Tag der sogenannten "Reichspogromnacht". Über 200 Synagogen, Friedhöfe sowie Tausende Wohnungen und Geschäfte von Juden wurden zerstört, 30000 Menschen wurden verhaftet, mindestens 91 ermordet.

Der oft gebrauchte Begriff "Reichskristallnacht" ist nebenbei bemerkt, ein ziemlich zynischer Nazi-Terminus und sollte eigentlich nicht benutzt werden.

1989 wurden die Reisebeschränkungen für Bürger der DDR aufgehoben die Mauer war gefallen.

Wäre nicht gerade wegen all dieser Ereignisse der 9. November der perfekte nationale Gedenktag?

Der 3. Oktober wurde vom der ehemaligen DDR-Volkskammer beschlossen.

Der 3. Oktober ist übrigens auch der Todestag vom ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß.

Scheck
Jeder hat schon mal einen gesehen, aber was macht einen Scheck zum Scheck?

Der Scheck ist eine Urkunde, in welcher der Aussteller ein Geldinstitut anweist, bei Vorlage aus seinem Guthaben einen bestimmten Geldbetrag zu zahlen.

Der Scheck enthält gesetzliche Bestandteile (die müssen drauf sein):

  • die Bezeichnung "Scheck" im Text der Urkunde,
  • die unbedingte Anweisung, eine bestimmte Geldsumme zu zahlen,
  • den Namen des bezogenen Geldinstitutes,
  • den Zahlungsort,
  • Ort und Datum der Ausstellung,
  • Unterschrift des Ausstellers

und kaufmännische Bestandteile (die machen der Bank das Leben leichter):

  • Schecknummer,
  • Kontonummer und Bankleitzahl,
  • Betrag in Ziffern,
  • Guthabenklausel ("zahlen sie aus meinem Guthaben"),
  • Überbringerklausel ("an ... oder Überbringer")

Die Guthabenklausel soll verhindern, dass man mit einem Scheck sein Konto überziehen kann.

Die Überbringerklausel macht den Scheck zum "Überbringerpapier", d.h. der Überbringer erhält den Betrag, ohne weitere Legitimation, bar oder auf ein Bankkonto gutgeschrieben (Bar- bzw. Verrechnungsscheck). Eine Streichung der Überbringerklausel im Scheckformular ist unwirksam. Vordatierungen sind ebenfalls unwirksam, da der Scheck bei Sicht (Vorlage) fällig wird.

Eine Zahlung ist bei Überreichung des Schecks noch nicht erfolgt, ein Scheck gilt nur als Zahlungsversprechen.

Da ein Scheck kein Kreditmittel ist, sollte er innerhalb von 8 Tagen eingelöst werden, wenn er in Deutschland, innerhalb von 20 Tagen, wenn er in Europa, bzw. Mittelmeeranrainerstaaten und innerhalb von 80 Tagen, wenn er in einem anderen Erdteil ausgestellt wurde.

Hochgebirgsjäger
Im Zusammenhang mit dem Bundeswehreinsatz in Afghanistan war oft von einer Spezialtruppe der Bundeswehr die Rede, den "Hochgebirgsjägern". Die sollen angeblich perfekt ausgebildet sein, um in den unwirtlichen Gebirgsregionen Afghanistans eingesetzt zu werden. Wer sind die jetzt eigentlich genau?

Dass Gebirgsjäger schon toughe Jungs sind, wird jeder zugeben. Die Belastungen bei Einsätzen in alpinen Regionen liegen weit über dem, was der Durchschnittswilli so leisten könnte.

Noch eins draufgesetzt wird bei der Ausbildung der Soldaten des Hochgebirgszuges kurz "Hochzug". Wer im Winter schon mal in 4000 Metern Höhe mit schwerstem Gepäck in unpräpariertem Gelände unterwegs war, hat so eine Ahnung was da passiert.

Der Hochgebirgszug wird eingesetzt, um den Gebirgsjägerkompanien die Voraussetzungen für das Gefecht im alpinen Gelände zu schaffen. Und zwar auch da, wo die Zahnbürste nicht hinkommt.

Ihr Auftrag ist die Aufklärung, Erkundung und Sicherung. Ebenso ist es Aufgabe des Hochgebirgszuges, hochalpines Gelände für andere Truppenteile passierbar zu machen. Im Winter kommt noch die Erkundung der Lawinensituation hinzu. Bergrettung mit und ohne Helikopter ist natürlich ebenfalls Bestandteil der Ausbildung.

Kirchenjahr
Im Unterschied zum bürgerlichen Jahr versteht man unter "Kirchenjahr" in den christlichen Kirchen das liturgische Jahr, das mit dem 1. Advent beginnt.

Ostern als Mitte des Kirchenjahres wird umgeben von der 40-tägigen Fastenzeit und der 50-tägigen Osterzeit, die mit Pfingsten abschließt (Osterfestkreis).

Jeder Sonntag als wöchentliche Feier des Herrentags ist geprägt von der Beziehung zu Ostern.

Der Weihnachtsfestkreis umfasst die vorbereitende Adventszeit, das Weihnachtsfest und die Weihnachtszeit bis zum Fest der Taufe Christi (der Sonntag nach Erscheinung des Herrn, Epiphanias).

Die Wochen zwischen Taufe Christi und Fastenzeit, und zwischen Pfingsten und 1. Advent heißen "allgemeine Kirchenjahrzeit" oder "Zeit im Jahreskreis" und werden fortlaufend gezählt. Die evangelische Kirche zählt die Sonntage nach dem Fest Trinitatis (Sonntag nach Pfingsten).

Kampfsport / Kampfkunst
Unter "Kampfsport" versteht man eine Form der (meist) waffenlosen Selbstverteidigung, die a) der Körperertüchtigung dient und b) in Wettkämpfen ausgeübt werden kann. Klassische Vertreter sind Karate und Judo (Judo ist eine Wettkampfart abgeleitet von Jiu-Jitsu).

"Kampfkünste" dagegen haben zum Ziel, die "Selbstverteidigung mit allen Mitteln" zu lehren. Es gibt keine Regeln, daher sind Wettkämpfe unüblich, denn einer der Kontrahenten würde normalerweise fatale Verletzungen davontragen. Der Leibesertüchtigungsaspekt steht im Hintergrund. Bekannte Formen sind Wing Tsun (eine Form von Kung Fu), Escrima (philippinischer Waffenkampf) und Jiu-Jitsu.

Scherbengericht
Der Begriff "Scherbengericht" für einen Wahlgang, bei dem über das Schicksal einer Person entschieden wird, ist die Übersetzung eines griechischen Abstimmungsverfahrens.

Dieses demokratische Wahlverfahren hieß im Original "Ostrakismos".

Im antiken Griechenland wurde einmal im Jahr in der Ekklesia abgestimmt, ob ein Scherbengericht verhängt werden solle.

Wurde eine Person benannt, so wurde mittels Tonscherben, auf die der Name der Person eingeritzt wurde, geheim über deren Verbleib in der Stadt abgestimmt. Wen es traf, der musste Athen für zehn Jahre verlassen, ohne jedoch Ansehen oder Besitz zu verlieren.

Mit diesem Verfahren konnte sich die Gemeinde von missliebigen Personen trennen, denen eigentlich keine konkrete Straftat o. Ä. vorgeworfen werden konnte.

Depesche
So bezeichnet man das Schreiben eines Diplomaten an die eigene Regierung.

Die berühmte "Emser Depesche" wurde von einem Beamten an seinen Chef, den preußischen Ministerpräsidenten Fürst Otto von Bismarck, geschickt.

Es ging darin um Gespräche zwischen dem preußischen König Wilhelm I. mit einem französischen Diplomaten über die Thronkandidatur einer Hohenzollernprinzessin in Spanien.

Bismarck kürzte das Schreiben an strategisch wichtigen Stellen und löste mit der Veröffentlichung der Kurzfassung die Kriegserklärung an Frankreich aus.

Werkvertrag
Bei einem Werkvertrag schuldet der Auftragnehmer dem Auftraggeber das Werk (wie der Name schon sagt), d.h. er schuldet den Erfolg. Er muss den Auftrag nicht persönlich ausführen, außer das ist Vertragsbestandteil.

Ein Reparaturauftrag ist beispielsweise nur mit vollendeter Reparatur erfüllt.

Dienstvertrag
Bei einem Dienstvertrag schuldet der Auftragnehmer den Dienst, also seine eigene Arbeitsleistung.

Ein Dienstleister muss selbst tätig werden. Der Vertragsinhalt ist allerdings die Tätigkeit, nicht der mit ihr verbundene Erfolg.

Der Rechtsanwalt muss also nicht zwingend den Prozess gewinnen, ist aber trotzdem zu bezahlen.

Peter-Prinzip
Ein klassischer Terminus der Unternehmensführung, der besagt, dass jeder so lange befördert wird, bis er das Niveau seiner eigenen Unzulänglichkeit erreicht hat.

Man bekommt also als Lob immer anspruchsvollere (und besser bezahlte) Tätigkeiten zugewiesen, bis man einen Job erhält, den man nicht mehr gut erledigt. Auf dieser Stelle bleibt man dann hängen. Krank eigentlich.

Oder wie der Angelsachse es nennt: "management by jeans" (an den wichtigsten Stellen sitzen Nieten).

Meteorologie
Die Kunde vom Wetter hat ihren Namen tatsächlich von Meteoren. Früher glaubte man, Wettererscheinungen hätten ihren Ursprung in Himmelskörpern: Regen kam von Wassermeteoren usw.

Platzangst
Platzangst ist nicht etwa die Angst vor engen Räumen (die heißt Klaustrophobie), sondern die Angst, über freie Flächen zu gehen (Agoraphobie).

Wir fürchten ja bekanntlich nichts, außer der Furcht (das heißt übrigens "Phobophobie"), daher gibts jetzt noch die lateinischen Namen von anderen wichtigen Phobien:

Cacoerphobie
Angst vor schlechtem Atem

Glucodermaphobie
Angst vor der "Haut", die sich auf dem Kakao bildet wenn er zu lange steht

Gymnogasterphobie
Angst vor nackten Bäuchen

Hedonophobie
Angst vor Wohlbefinden

Hypnotopophobie
Angst vorm Bettenmachen

Pternonophobie
Angst mit Federn gekitzelt zu werden

Pantophobie
Angst vor allem

nach oben  Startseite

Klischee
"Klischee" ist ein Ausdruck aus der Druckersprache. Beim Buchdruck bezeichnete man alles was druckte (also Farbe überträgt), aber keine Schrift ist, als "Klischee".

Da diese Dinger in der Herstellung ziemlich aufwendig sind (Bilder, Ornamente etc.), wurden sie gerne wiederverwertet.

Subjektive Sicherheit
So nennt man die Abwesenheit von Angst.

Objektive Sicherheit
Objektive Sicherheit ist dagegen die Abwesenheit von Gefahr.

Stockholm-Syndrom
Mal wieder was aus der Psychologie. "Stockholm-Syndrom" ist der Begriff für eine spezifische Verhaltensweise von Verbrechensopfern, die sich mit den Tätern arrangieren und unter Umständen sogar deren Ziele unterstützen.

Im Normalfall handelt es sich dabei um Opfer von Entführung und Geiselnahme, die sich während ihrer Gefangenschaft mit ihren Entführern verbünden. Der erste dokumentierte Fall dieser Art betraf eine Geiselnahme in einer Stockholmer Bank im Jahre 1973.

Oft wird fälschlicherweise die Bezeichnung "Helsinki-Syndrom" benutzt. Dieser Terminus stammt wohl aber aus dem Film "Stirb langsam".

Stendhal-Syndrom
Das "Stendhal-Syndrom" könnte man auf Neudeutsch "Cultural-Overflow" nennen. Der Dichter Stendhal erlitt während einer Italienreise, überwältigt von der schieren Masse an Kunst, einen Zusammenbruch. Zur Belohnung benannte man das Krankheitsbild nach ihm.

Marketing
Mit Marketing bezeichnet man eine "absatzmarktorientierte Unternehmensführung".

Prokurist
Noch so ein Begriff aus der Welt des Upper Management. Prokurist ist, wer von einem Vollkaufmann zu allen Arten von gerichtlichen und außergerichtlichen Geschäften und Rechtshandlungen ermächtigt ist, die der Betrieb irgendeines Handelsgewerbes mit sich bringt.

Der Umfang der Prokura ist gesetzlich genau definiert, da diese Vollmacht sehr weit geht. Prokuristen dürfen z.B. den Geschäftszweck ändern, d.h. der Prokurist eines Schuhladens dürfte auch eine Gemüseabteilung aufmachen.

Prokura kann nur im Innenverhältnis eingeschränkt werden, d.h. selbst wenn es ihm vom Vollkaufmann untersagt ist, kann ein Prokurist bestimmte Rechtsgeschäfte abschließen, die für den Vertragspartner voll gültig sind. Er kann allerdings dann für den Schaden haftbar gemacht werden.

Affektiv-kognitive Dissonanz
Ein Hammerbegriff, der nichts anderes beschreibt, als die Diskrepanz zwischen dem Gewollten und dem Vernünftigen.

Auf Deutsch: Man wünscht sich etwas (affektive Komponente) weiß aber, dass es nicht gut für einen ist (kognitive Komponente). Jetzt gilt es, die beiden Teile unter einen Hut zu bringen.

Beispiel: Schokolade ist ungesund, schmeckt aber gut.

Ausweg (Ausrede): Da ist irre viel Milch drin, kann also gar nicht so schlecht sein.

Freudsche Fehlleistung
Nach Freud offenbaren sich in Fehlleistungen wie Versprechen, Vergessen, Verlaufen etc. unbewusste Wünsche (ähnlich übrigens wie in Träumen).

Wenn jemand also statt: "Ich fühle mich nicht geeignet..." sagt: "Ich fühle mich nicht geneigt...", weiß man also in Zukunft, was man davon zu halten hat.

Sekundärverstärker
Noch ein Begriff aus der Psychologie. Es gibt Tätigkeiten, die so attraktiv sind, dass sie keines weiteren Anreizes bedürfen. Sekundärverstärker sind Faktoren, die unattraktive Tätigkeiten akzeptabel machen.

Typischer Sekundärverstärker ist Geld.

Traumatisches Erlebnis
Ganz cooler Psycho-Begriff. Eine Erfahrung heißt traumatisch, wenn bei einem Erlebnis starke Emotionen nicht von der Psyche verarbeitet werden konnten und später auch ohne ein auslösendes Ereignis auftreten.

Im klassischen Fall sind Kindheitserlebnisse oder Gefahrensituationen Auslöser solcher traumatischen Erlebnisse.

Paranoia
Bei dieser Form der Geistesstörung baut der Betroffene ein in sich schlüssiges Wahnsystem auf, handelt aber scheinbar völlig realitätsbezogen.

Eine der Erscheinungsformen von Paranoia ist der religiöse Wahn. "Ich bin Willi, der Gott der Weisheit!"

Entwicklungsländer
Länder der dritten Welt, die ein im Vergleich mit Industrienationen geringes Pro-Kopf-Sozialprodukt erwirtschaften nennt man Entwicklungsländer.

Die Weltbank hat ein Jahreseinkommen von 410 US-Dollar pro Kopf als Maßstab für ein Entwicklungsland definiert. In solchen Staaten findet man normalerweise auch eine hohe Analphabetenquote, geringe Arbeitsproduktivität und einen hohen Anteil Landwirtschaft.

Schwellenland
Entwicklungsländer, deren wirtschaftliche Kraft an die der Industrienationen heranreicht nennt man Schwellenländer.

Manchmal werden auch Entwicklungsländer, deren Kerntechnologie bis zur Entwicklung eigener Atombomben fortgeschritten ist, so bezeichnet.

Dritte Welt
Dritte Welt ist die Bezeichnung für die wirtschaftlich unterentwickelten Länder Afrikas, Asiens und Lateinamerikas. Ihre Gemeinsamkeiten sind koloniale Vergangenheit, wirtschaftliche und soziale Unterentwicklung, hohes Bevölkerungswachstum, übergroße Verschuldung.

Der Begriff "Dritte Welt" wurde von Alfred Sauvy erfunden, als Analogie zum "Dritten Stand" im Absolutismus. Genau wie dieser hat sie einen großen Anteil an der (Welt-)Bevölkerung aber keine politische Macht und strebt danach, "etwas" zu werden.

Außerdem stellte sie, angesichts der zwei großen Blocks (Ost und West), ein drittes Ganzes dar, das durch das gemeinsame Merkmal der Unterentwicklung gekennzeichnet ist.

Verteidigungsfall
Der V-Fall (Bundeswehr-Jargon) ist gegeben, wenn das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland mit Waffengewalt angegriffen wird oder ein solcher Angriff unmittelbar droht (Artikel 115 a Grundgesetz).

Die Folgen der Feststellung und Verkündung des Verteidigungsfalles sind in der Verfassung geregelt.

Nach der Feststellung des V-Falles erfolgt die Umstellung der innerstaatlichen Ordnung auf die Notstandsverfassung. Das Ziel dabei ist, die Wirkungskraft des Staatshandelns zu verstärken und die Arbeit von Verfassungsorganen etc. zu sichern.

Der Verteidigungsfall ist nicht zu verwechseln mit dem Begriff Verteidigung in Artikel 87 a Abs. 1 Grundgesetz. Der V-Fall ist nicht die Voraussetzung für den Einsatz der Streitkräfte.

nach oben  Startseite

Bündnisfall der NATO
Der "Bündnisfall" wird nach Artikel 5 des NATO-Vertrages ausgelöst durch einen bewaffneten Angriff auf genau festgelegte Gebiete oder Einrichtungen der Mitgliedsstaaten.

Die Mitgliedsstaaten leisten einander den Beistand, den sie für erforderlich erachten, um die Sicherheit des nordatlantischen Gebiets wiederherzustellen und zu erhalten. Die Anwendung von Waffengewalt ist dabei eingeschlossen.

Alle Mitgliedsstaaten müssen im Nordatlantikrat einstimmig den Bündnisfall feststellen.

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen ist über jeden bewaffneten Angriff oder eventuell getroffene Gegenmaßnahmen unverzüglich zu informieren.

Alle Maßnahmen sind einzustellen, sobald der Sicherheitsrat die zum Erhalt des internationalen Friedens und der internationalen Sicherheit notwendigen Schritte unternommen hat.

Artikel 5 des NATO-Vertrages im Wortlaut

"Die Parteien vereinbaren, dass ein bewaffneter Angriff gegen eine oder mehrere von ihnen in Europa oder Nordamerika als ein Angriff gegen sie alle angesehen wird; sie vereinbaren daher, dass im Falle eines solchen bewaffneten Angriffs jede von ihnen in Ausübung des in Artikel 51 der Satzung der Vereinten Nationen anerkannten Rechts der individuellen oder kollektiven Selbstverteidigung der Partei oder den Parteien, die angegriffen werden, Beistand leistet, indem jede von ihnen unverzüglich für sich und im Zusammenwirken mit den anderen Parteien die Maßnahmen, einschließlich der Anwendung von Waffengewalt, trifft, die sie für erforderlich erachtet, um die Sicherheit des nordatlantischen Gebiets wiederherzustellen und zu erhalten.

Wüste
Eine Wüste ist eine Region, in der die Verdunstung höher ist als der Niederschlag.

Wüsten müssen also nicht notwendigerweise in heißen Gebieten liegen, man unterscheidet Kältewüsten und Trockenwüsten.

Nach dem an der Oberfläche vorherrschenden Verwitterungsmaterial unterscheidet man zudem: Sandwüsten, Felswüsten, Kieswüsten, Lehmwüsten, Staubwüsten und Salzwüsten.

Halbleiter
Das sind feste Stoffe, die eine mit der Temperatur anwachsende elektrische Leitfähigkeit zeigen. Germanium, Silicium, Selen und Zinkoxid sind die bekanntesten Halbleiter.

Der Begriff ist allerdings etwas verwirrend, eigentlich müsste es heißen "unter-bestimmten-Bedingungen-Leiter".

Allegorie
Bildliche Darstellung eines abstrakten Begriffes. Bekannt ist zum Beispiel die Allegorie der Gerechtigkeit in Form einer Frau mit Waagschale und Augenbinde.

Kategorischer Imperativ
Konzept von Immanuel Kant, das besagt, dass der Einzelne so zu handeln hat, dass sein Handeln als Maßstab für das Handeln aller gelten kann: "Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könnte".

Oder zu Deutsch: "Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu."

Obst & Gemüse
Obst ist der Sammelbegriff für Früchte oder die Samen kultivierter oder wild wachsender Bäume und Sträucher.

Gemüse nennt man alle Pflanzen bzw. deren Teile, die im Garten oder auf dem Acker zur Verwendung als Nahrung angebaut werden.

Grüner Star
Glaukom. Eine Augenkrankheit, bei der der Flüssigkeitsdruck im Auge ansteigt und den Sehnerv schädigen kann.

Grauer Star
Katarakt. Eine Trübung der Augenlinse. Es gibt viele mögliche Ursachen. Eine Stoffwechselstörung (Zuckerstar), eine Verletzung, Strahleneinwirkung, Krankheit. Es gibt auch eine altersbedinge Variante (Altersstar).

Inquisition
Der Ausdruck "Inquisition" stammt vom Lateinischen "inquirere" = "aufsuchen, nachspüren" und bedeutet im weiteren Sinne das Erforschen von (Straf-) Tatbeständen.

Bei einer ordentlichen Inquisition werden Strafsachen nicht auf Veranlassung von Opfern verfolgt, sondern von Institutionen, wie Staat und Kirche. Die bekannte Ketzerinquisition ist hierbei eine Sonderform des Inquisitionsverfahrens.

Als Ketzer galten alle diejenigen, die innerhalb der katholischen Kirche von den als richtig anerkannten Lehren abwichen, oder gar eigene Lehren aufstellten. Damit unterschieden sie sich von den Ungläubigen (infideles, Nicht-Christen).

Die bekanntesten ketzerischen Bewegungen im Hochmittelalter waren Katharer und Waldenser, die nach der Einrichtung der Ketzerinquisition allerdings praktisch vollständig ausgerottet wurden.

 

nach oben  Startseite